CAMP - FESTIVAL Stuttgart 08/2007
Die Ergebnisse des 5. Camp-Festivals im Kunstverein
Wenn die Kreativen zusammenkommen
Begonnen hat alles 1999 als Workshop für experimentelle Musik im Tübinger Club Voltaire. Seitdem campierte das Camp-Festival an vielen weiteren Orten, in Kirchentellinsfurt (2003), in Stuttgart (2005), sogar in einem verlassenen Kloster in Portugal.
VON JÖRG SCHELLER
Bei der zweiten Ausgabe 2003 kamen zur Musik die visuellen Künste hinzu - das jetzige Konzept des Festivals war geboren: Visual Music, die Verbindung von Klang- und Lichtkunst. Zuletzt schlug das Camp 2005 seine Lager in den Stuttgarter Wagenhallen auf, wo es den morbiden Charme der Industriebrache zum Bestandteil des Programms machte. Nun wird es im Württembergischen Kunstverein (WKV) fortgesetzt.
Ins Leben gerufen von den Musikern Thomas Maos und Friedemann Dähn, zu welchen sich 2004 Stefan Hartmaier und Martin Mangold gesellten, lädt das Festival in loser Folge internationale und regionale Musiker und Künstler ein, um sie ins Versuchslabor der Improvisation zu schicken. Die Künstler kennen einander nicht, es gibt keine Gage, keine stilistischen oder formalen Vorgaben. Das Camp bietet nicht mehr und nicht weniger als Kost, Logis und die Möglichkeit, im Austausch von Ideen und Gedanken spontan ästhetische Konzepte abseits des Mainstreams zu entwickeln. Diese werden abschließend als Konzerte, Performances und Installationen präsentiert.
"Wir sind praktisch ein Non-Profit-Festival", sagt Maos. "Manche Künstler wollen mit ihrem festen Programm oder mit ihrer Band kommen. Doch wir interessieren uns nur für Einzelpersonen, die bereit sind, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen." Musiker und Videokünstler aus Japan, USA, Mexiko, Holland, Italien und Deutschland sind dieses Mal angereist. Bei ihrer Kooperation steht nicht die Aussicht auf ein perfektes Produkt im Vordergrund, sondern vielmehr die Frage, wie sich ein kreativer Prozess als interdisziplinäre Aufführung veranschaulichen lässt. Aufgrund seiner unkommerziellen Ausrichtung und seiner Rechtsform als gemeinnütziger Verein kann sich das Camp große künstlerische Freiheit erlauben. Auch die Freiheit, zu scheitern - "aber auf hohem Niveau", sagt Maos.
Der offene und experimentelle Charakter des Festivals gefiel auch Hans D. Christ, Leiter des WKV. Also bot er dem Organisationsteam an, das Festival 2007 im Kunstgebäude zu veranstalten. Eine optimale Konstellation für die Camper: "Christ schaut nicht nur auf hohe Zuschauerzahlen", meint Maos, sondern setze vor allem inhaltliche Akzente und betone wie auch das Camp-Festival in seinen Ausstellungen das Unfertige und das Prozesshafte. Auch die Kulturstiftung des Bundes war überzeugt vom Festivalgedanken und sicherte gemeinsam mit anderen Sponsoren die Finanzierung ab.
Seit Montag dieser Woche also arbeiten die Künstler im Geheimen, bevor an diesem Samstag und Sonntag jeweils von 21 Uhr an die Ergebnisse zu bestaunen sind. Mit von der Partie sind Klangprofessor Masayuki Akamatsu aus Japan, Lärmimprovisateur Ricardo Caballero aus Mexiko, der Stuttgarter Mark L. Kysela, ein Grenzgänger zwischen Club und Akademie. "Camp" ist hier also weniger im Sinne von Susan Sontag zu verstehen, die damit die Unterwanderung der Hochkultur durch bewusste Aneignung des Trahs und des Kitschs definierte; der Begriff verweist vielmehr auf den vagabundenhaften Charakter des Festivals, welches nicht nur in örtlicher Hinsicht die Wanderung mit ungewissem Ziel in den Mittelpunkt stellt.
Weitere Informationen unter:
http://www.camp-festival.de
Kultur - Zwei Kirchentellinsfurter organisieren das Camp-Festival für Klang und Lichtkunst in Stuttgart
Ausstatter für ein kreatives Laboratorium auf Zeit
KIRCHENTELLINSFURT/STUTTGART. Was tun, wenn die Künstlerin für das Camp-Festival im Stuttgarter Kunstverein unbedingt einen speziellen Videosplitter braucht, um Filme auf mehrere Monitore gleichzeitig übertragen zu können? Und vor allem: Was tun, wenn so ein Gerät kurzfristig nicht aufzutreiben ist? Stefan Hartmaier und Martin Mangold fragen. Die beiden Designer aus Kirchentellinsfurt organisieren das Festival für Klang und Lichtkunst. Und sind damit die Strippenzieher, ohne die so ein Event nicht auf die Beine zu stellen wäre. Wobei der Videosplitter zu den leichteren Aufgaben gehörte: Die beiden beschafften der Künstlerin einen leistungsstarken Rechner sowie zusätzlich einen Laptop. Im Übrigen arbeiten sie eng mit ihren Nachbarn im Gewerbepark Schirm zusammen: Auch die Firma Fichtner Tontechnik ist mit von der Partie.
Camp ist Kunst im Grenzbereich zwischen Licht und Klang, ein Ort, an dem Lichtinstallationen auf Klang-Skulpturen treffen. Das Festival findet dieses Jahr zum fünften Mal statt und ist von seiner Konzeption her Zwitter. »Zum einen geht es um die sinnliche Wahrnehmung dessen, was aufgeführt wird«, sagt Mangold. Zum anderen will Camp aber auch ein Ort für die intellektuelle Auseinandersetzung mit modernen Kunstformen sein.
Wohlfühl-Atmosphäre
Die künstlerische Leitung des Festivals liegt übrigens bei zwei Tübingern: Friedemann Dähn und Thomas Maos haben gemeinsam mit Hartmaier und Mangold die Konzeption für das Festival entwickelt. Die vier sind auch die treibenden Kräfte bei Camp e.V.
Hartmaier und Mangold, die im Gewerbepark Schirm in Kirchentellinsfurt ein Büro für Gestaltung betreiben, kümmern sich auch darum, dass sich die Künstler, die aus Japan, Mexiko, Dänemark und Australien anreisen, in Stuttgart wohlfühlen. Die Woche mit Workshops, die den Konzerten und Performances vorausgeht, ist ein »Laboratorium auf Zeit«, so Mangold. (sel)
Unter Geweihen: Eindrücke vom 5. Camp-Festival im Württembergischen Kunstverein
Der Anfang ist das Ziel
Stolz thront der Hirsch am vergangenen Samstag über der Kuppel des Württembergischen Kunstvereins (WKV) und reckt das Geweih in die Nacht. Wenn er wüsste, dass direkt unter ihm, auf der Innenseite der Kuppel, plötzlich ein ganz anderes Geweih aufleuchtet: Ein sogenanntes Arschgeweih, wie bestimmte Rückentätowierungen direkt oberhalb des Gesäßes oft bezeichnet werden.
VON JÖRG SCHELLER
Die Projektionen von Friedrich Förster und Sabine Weissinger zeigen diesen urbanen Tattoo-Fetisch beim 5. Camp-Festival für Klang- und Lichtkunst als gigantisches Mandala über den Köpfen der Zuschauer, während Anja Füsti (Percussion), Paul Hubweber (Posaune) und Ricardo Caballero (Sound) eine minimalistische Klangwelle durch den Raum schicken, gespickt mit jazzigen Einsprengseln.
Abgesehen von solch seltenen humoresken Ausnahmen offenbart das Camp-Festival auch 2007 wieder eine romantische Ader: Es bekennt sich zum Fragment, zum potenziell Unabgeschlossenen, zum schöpferischen Prozess in der Gemeinschaft.
In beinahe mystisch anmutenden Posen versenken sich die Teilnehmer in synästhetischen Experimenten, eingebettet in scharfe Hell-dunkel-Kontraste oder pulsierende Reflexionen. Eine Woche lang hatten die Licht- und Klangkünstler aus Japan, Mexiko, den USA, England, Holland, Finnland, Dänemark und Deutschland zusammen improvisiert und die stets als Zwischenberichte zu verstehenden "Ergebnisse" am Wochenende im Württembergischen Kunstverein vorgestellt. Anstelle von Clicks & Cuts aus der Konserve setzt das Camp dabei auf Aufführungen in Echtzeit.
Während vom gegenüberliegenden Landtagsgebäude feiste Discobeats herüberdröhnen, konterkarieren Thomas Maos (Gitarre), Masayuki Akamatsu (Sound) und Kasumi (Visuals) diese mit einem Defilee massenmedialer Kriegsbilder. Selbige werden collagiert, geloopt, stilisiert, rhythmisiert und akustisch untermalt von einer apokalyptisch anmutenden Kakofonie. Da verkündet das Konterfei George W. Bushs "Violence is always the solution", ein Bombenregen fällt darnieder, während Amerika als die überlegene Nation ausgerufen wird: "We have the supreme weapons!" Das erscheint ein wenig wie ein Update auf Francisco Goyas "Desastres de la Guerra" im Zeitalter des digitalen Loops - und kommt doch über eine suggestive und wenig erhellende Bild- und Klangmetaphorik nicht hinaus.
Weitaus subtiler und interessanter hingegen die Interaktion zwischen Friedemann Dähn, Tobias Kirstein (beide Sound) und Solu (Visuals). Zu Beginn der Performance tauschen Licht und Ton die Rollen: Ein Stroboskop zuckt rhythmisch, ohne dass ein Takt vorhanden wäre, ein Klang wabert monoton, als sei er eine konstante Lichtquelle. Projektionen greifen das Gitterwerk der Deckengliederung auf, in einem langen Crescendo steigern sich Klang und Licht bis hin zum Ansatz eines Beats. Entlassen werden die Besucher zu den Klängen eines Akkubohrers und eines Saxofons (Mark L. Kysela) - sie brechen auf mit dem seltsamen Gefühl, der Abend habe doch gerade erst begonnen. Und genau so soll es sein. Beim Camp ist der Anfang stets das Ziel
20minuten

Die Fassade des Lake Side erstrahlt zurzeit im Lichterkleid des Multimedia-Künstlers Philipp Geist.
Farbenfroher Winterzauber beim Zürichhorn
Weihnachtliche Lichtspiele erleuchten nicht nur die Zürcher Bahnhofstrasse.
Publiziert am 15. Dezember 2005 - Seite 3
Auch beim Restaurant Lake Side am Zürichhorn rieselt der Lichterschnee allerdings nicht durch kalte Neonröhren, sondern von der Hausfassade herab.
Bis Ende Jahr verwandelt der Berliner Multimedia-Künstler Philipp Geist das denkmalgeschützte Gebäude jeweils
ab 18 Uhr in eine 450 Quadratmeter grosse, dreidimensionale Videokunst-Installation.

videogeist
/ Philipp Geist (viDeogeist) lebt und arbeitet in Weilheim und Berlin. Die intensive künstlerische Auseinandersetzung mit Musik auf der einen, und bildnerischen Ausdrucksformen auf der anderen Seite, haben den 29-jährigen zu einem Aufsteiger der jungen Kunstszene gemacht: Mit seinen Videoarbeiten bespielte er im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem 60-köpfigen Sinfonieorchester OBC Barcelona und der finnischen Soundformation PanSonic die Eröffnung des Sonar Festivals in Barcelona vor rund 5.000 Besuchern. Geist war auf dem für Neue Medien renommierten Mutek Festival in Montreal, Dissonanze 05 Rom/ Italien und auf der Clubtransmediale in Berlin vertreten. Seine Live-Video-Performances zeigte er in international bedeutenden Kunstinstitutionen wie dem Central House of Artists (CHA) in Moskau, dem Institut of Contemporary Art (ICA) in London, der Biennale in Santiago de Chile und bei der Eröffnung der Pinakothek der Moderne in München.
Du stehst einerseits für das Studio Philipp Geist, das Video, Painting und Photo anbietet, andererseits auch für Videogeist, den Videokünstler und VJ. Du hast deinen Zugang zur Videokunst über die Fotografie und Malerei gefunden. Was steckt hinter diesem Schritt vom Einzelbild zum bewegten Bild?
Angefangen hat alles mit 13 mit der Fotokamera, mit 17 habe ich mich vor allem für die Malerei interessiert. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich überwiegend mit Videokunst. Wichtig ist mir dabei der stetige Wechsel zwischen den Medien, damit sich keine Routine in meine Arbeit einschleicht. So kann ich meine Arbeiten ständig hinterfragen und weiterentwickeln. Videogeist ist der Name meines Labels bzw. meiner Produktionsfirma und auch der Name, unter dem ich live in Clubs etc auftrete. Studio Philipp Geist beinhaltet ausschließlich Projekte wie meine Fotoarbeiten, Malereien und Videokunst - Installationen.
Du zeigst deine Video-Performances in bedeutenden Kunstinstitutionen auf der ganzen Welt. Ab wann ist für dich Video Kunst oder doch "nur" Video?
Ich denke, diese Unterscheidung hat auch immer mit dem eigenen Ansatz zu tun, ob man Videokunst machen will oder "nur" Party-Deko. Künstlerisch anspruchsvolle Projekte müssen nicht ausschließlich in bedeutenden Kunstinstitutionen stattfinden, sondern können auch in kleinen Clubs und Galerien oder im Nachbarkeller gezeigt werden. Wichtig ist mir in meinen Arbeiten, meine persönliche Bildsprache sichtbar zu machen. Ich verwende keine "Found Footage", sondern filme alles selber, löse diese Aufnahmen aus dem Kontext und entwickle daraus meine Bilderwelten.
Mit deiner Videokunst bist du Part verschiedener "Visual Music" Projekte, bei denen deine bewegten Bilder nicht nur mit der Architektur und der Atmosphäre des Raums verschmelzen, sondern auch zu visuellen Interpretationen der Musik werden. Kannst du uns das näher erklären?
Ich finde es sehr spannend, mit Räumen und der bestehenden Architektur zu arbeiten. Bilder und Installationen zu entwickeln, die in einem Dialog mit dem Ort, der Atmosphäre und der Musik eingehen und sich nicht nur auf einem vorgegebenen rechteckigen Leinwandformat abspielen. Sowohl Malerei als auch Videoarbeit ist an der Wand Teil eines großen Bildes (Wand/Raum). Bei der Videokunst gibt es aber wesentlich mehr Möglichkeiten, Räume zu bespielen und auf Gebäude zu projizieren.
Du arbeitest mit den Gebr. Teichmann wie auch mit SchneiderTM zusammen. Welche Zusammenarbeit hat sich bis jetzt ergeben?
Mit den Gebr. Teichmann mache ich ein sehr interessantes Projekt, gemeinsam mit dem Zitherspieler Leopold Hurt. Elektronische Klänge, Beats und Musik vermischen sich mit Zitherklängen. Leopold Hurt arbeitet mit einer Loop Station, Computer und Effektgeräten, mit der er seine Klänge verfremden und durch Tonüberlagerung einen sehr großen und massiven Klangkörper aufbauen kann. Bei diesem Projekt arbeite ich mit zum Teil sehr langsamen und ruhigen Landschafts- und Naturaufnahmen, die unverfremdet und abstrahiert in einen Zusammenhang mit der Musik gebracht werden. Außerdem verwende ich einige kleine Minikameras, die ich direkt an die Instrumente befestige und dadurch spannende Aufnahmen bekomme. Es ist ein zum Teil sehr ruhiges aber wunderschönes, stimmiges Projekt. Mit Dirk Dresselhaus arbeite ich intensiv seit '99 zusammen - sehr inspirierende und spannende Projekte wie SchneiderTM, DR. DREK und "ANGEL" mit Ilpo Väisainen (Pan Sonic).
Du bist einer der wenigen VJs, die sich auch ausserhalb der elektronischen Musik orientieren. So hast du u.a. auch mit einer Jazz Formation zusammengearbeitet. Warum sieht man selten moderne Videokunst im Zusammenhang mit den klassischen Bereichen der Musik?
Ich interessiere mich für viele verschiedene Formen von Musik, wie klassische Musik, Jazz, Blues,... Vor allem reizt mich bei meinen Projekten das "Neue", die Herausforderung, nicht nicht immer 130 BPM in einem Club... Das wird schnell langweilig. Mich interessiert die Clubwelt nicht mehr so sehr. Letztes Jahr 2004 habe ich mit dem 60köpfigen Orchester OBC und Pan Sonic bei dem Eröffnungskonzert des Sonar Festivals Barcelona zusammengearbeitet. Es war eine sehr große Herausforderung, klassische Stücke auf einer riesigen Leinwand zu interpretieren...
Vom 26. Nov. bis 31. Dez. 05 zeigst du eine Outdoor Video Installation namens "Winterzauber" in Zürich am Lake Side. Wie ist es dazu gekommen und was dürfen wir uns darunter vorstellen?
"Winterzauber" ist die Bezeichnung, unter der das Lake Side-Restaurant seit Jahren eine Aktion zur Weihnachtszeit präsentiert. Dieses Jahr hat sich das Lake Side Restaurant zum ersten Mal für eine Videokunst-Installation entschlossen. Diese Installation wird dann 5 Wochen auf 3 Wänden (insgesamt ca. 450m2) projiziert. Das Thema meiner Arbeiten sind verschiedene künstlerische Interpretationen zum Thema Winter und Weihnachten. Wichtig dabei ist mir die Auseinandersetzung mit dem denkmalgeschützten Haus, dessen Architektur und Lage.
Was würdest du Interessenten raten, die selber VJ werden wollen? Wie sollen sie vorgehen und was gibt es für Tools?
Kamera on, Herz, Hirn, Mut am Start und los gehts : ) Die Tools und Tricks müssen alle selbser herausfinden, nur so kommt man zu seinem individuellen, eigenen Style. Je ungewöhnlicher der Weg, desto eigener und frischer die Arbeiten!
Welche Herausforderungen stehen noch an, was möchtest du noch gerne realisieren? Was siehst du am Horizont deiner Arbeiten?
Herausforderungen sehe ich vor allem bei Video-Raum-Installationen, bei Visual Music Projekten mit klassischer Musik, Jazz, Neuer Musik und internationaler Musik, z.B. chinesische oder japanische Folklore und Video-Raum-Konzepte, bei denen die Gäste Teil der Projektion werden und sich die Videoarbeiten von der Leinwand befreien. Darüber hinaus möchte ich mich auch stärker auf meine Fotoarbeiten und Malerei konzentrieren.
www.videogeist.de
www.p-geist.de

Autor: electroboy / Bild: Presse (kommerz.ch)
Veröffentlicht: 12.10.2005
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Ceci n'est pas une Ferrari
"Ein Auto muss man zuerst träumen" hat Enzo Ferrari einmal gesagt und damit wohl das schlimme Wort vom Traumauto in Umlauf gebracht. Man kann ein Auto aber auch einfach malen. Das hat die Künstlerin Tatjana Doll mit ihrer Bildserie von zehn in Öl gemalten Ferraris in Originalgröße getan. Richtig interessant wird der Autotraum aber erst, wenn man diese Bilder dann wieder in Bewegung setzt. Der Berliner Videokünstler Philipp Geist hat also gefilmt, wie Dolls Bilderautos vom Lager in einen Laster verladen, wieder entladen und in den Ausstellungsraum getragen werden. Das daraus entstandene Video hat er mit dem satten Originalmotorensound der roten Boliden unterlegt. AUTOSPOT (Lautstärkeregler aufdrehen und anschnallen!) heißt das bestechende Werk, von dem, so Geist bei der Premiere am vergangenen Wochenende, Ferrari-Chef Jean Todt so begeistert war, dass er sich umgehend eine Kopie besorgte. Zu recht, denn so gut wurde der Mythos Ferrari selten in Szene gesetzt.
Philipp Albers - RIESENMASCHINE.de
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click here to watch tv report about videogeist
at spain television telecinco nosolomusica (24.10.2004)

VIDEO JOCKEYS, MÚSICA E IMÁGENES
Carreteras, edificios, animales o simples cerillas. Objetos triviales distorsionados por manos expertas para visualizar sonidos. El dialogo entre música e imagen es omnipresente en los clubs de Berlín, una de las ciudades con más video-jockeys por kilómetro cuadrado del mundo. Mitad magos de la imagen, mitad genios informáticos no solo dan un rostro a ritmos abstractos mezclando imágenes en directo, también crean espacios irreales a base de proyecciones.
Estos creadores juegan con el contraste y la velocidad de las imágenes
Dos ejemplos de obligada referencia en el panorama alemán, tanto por sus ideas como por el dominio técnico, son Videogeist y Monitor automatique. El duo Monitor automatique se adentró en el mundo visual hace seis años. Además de crear la materia prima, las imágenes, escriben el software que exigen sus proyectos que funden lo real con lo virtual y que han conquistado el último certamen de la Transmediale en Berlín.
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Los experimentos de Phillip Geist, alias Videogeist, también han traspasado los límites de los oscuros clubs para convertirse en habituales invitados de festivales como el Mutek canadiense o el Sónar. Geist cambió la pintura tradicional por la fotografía y ahora distorsiona imágenes cotidianos hasta conseguir una armonía perfecta entre lo sonoro y lo visual. No solo le inspiran los ritmos electrónicos, también ha empezado a trabajar con orquestas de música clásica o de jazz.

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FORUM 2004/NOCHE SONAR (Prevision) Noche de chill-out con la Sinfonica de Barcelona en el Auditorio
Por Jose Oliva Barcelona, 17 jun (EFE).- La Orquesta Sinfonica de Barcelona (OBC) se ha incorporado a la modernidad al fusionarse en una noche de chill-out en el Auditorio con otros grupos de musica electronica, en la velada inaugural del Festival de Musicas Avanzadas Sonar, que este ano tiene lugar en el marco del Forum 2004. La OBC ha protagonizado esta noche dos conciertos, con el aforo del Auditorio de Barcelona practicamente lleno -unas 2.000 personas en cada sesion- en una experiencia pionera en el mundo en la que ha actuado junto con los musicos electronicos Ryuichi Sakamoto, Pan Sonic y Fennesz, asi como los artistas visuales Videogeist, Lia y Jon Wozencroft. Despues de anteriores experiencias de fusion con el flamenco, el jazz o el cine, la OBC, dirigida por Ernest Martinez Izquierdo, ha dado un paso mas y se ha convertido en una de las formaciones mas radicales y abiertas del panorama sinfonico internacional. Martinez Izquierdo, que ya participo en la primera edicion del Sonar como director del Grupo Barcelona 216, con musica de diferentes compositores escrita a traves de las nuevas tecnologias, tenia muy claro que se trataba de un experimento, aunque horas antes de la inauguracion del Sonar habia destacado la atmosfera que se habia creado con los otros grupos en los ensayos previos. La colaboracion entre el Auditorio y el Sonar ya tuvo un preambulo en la edicion anterior del festival, cuando actuo en la sala sinfonica Matthew Herbert. La noche ha comenzado con una pieza de Serguei Prokofiev, en la que los integrantes de Pan Sonic, Ilpo Vaisanen y Mika Vainio, apenas sugerian sonidos que contrastaban con las imagenes de naturaleza de Videogeist que se proyectaban en una pantalla gigante al fondo del escenario. A continuacion, el japones Ryuichi Sakamoto se ha superpuesto sobre la orquesta cuando interpretaba la Sinfonia numero 9 del "Nuevo Mundo" de Antonin Dvorak. Para esta pieza, Sakamoto, que llego a ganar un Oscar por la banda sonora de "El ultimo emperador", ha mezclado sonidos de musica iraqui con la obra de Dvorak con la idea metaforica de la guerra del Proximo Oriente, entre Irak y el nuevo mundo anunciado por los norteamericanos. Uno de los momentos culminantes de la velada ha tenido lugar cuando la Orquesta Sinfonica de Barcelona ha interpretado el primer movimiento del Concierto de Brandenburgo numero 1 de Johann Sebastian Bach, y ha sido interpelada por Sakamoto a base de "scratch" en uno de sus sintetizadores. No menos espectacular ha resultado la experiencia siguiente, cuando Pan Sonic han tocado uno de sus temas mas conocidos, "Vaihtovirta", y entonces ha sido la orquesta la que se ha superpuesto sobre la musica chill-out de los finlandeses, con secuencias musicales escritas para la ocasion por Pedro Alcalde. El concierto se ha cerrado con una interaccion, aun mas minima si cabe, entre la orquesta y Fennesz, que apenas introducia breves apuntes y susurros con el sintetizador sobre dos obras de compositores vivos, Michael Torke y John Adams. Aunque timida, la experiencia abre nuevas vias de colaboracion en el futuro entre el mundo sinfonico y el de la musica electronica. El publico, que ha aplaudido el experimento, especialmente a la orquesta, ha echado en falta quiza alguna pieza de musica electronica sin la fusion con la sinfonica, y un bis al final del concierto, algo a lo que estan poco acostumbrados los musicos de orquesta. EFE JO/hm/br (Con fotografia) !K:CUL:CULTURA-ESPECTACULOS,MUSICA,ACTOS-EXPOSICIONES!
June 26, 2004

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El Sonar inicia su 11 edicion con un guino al mundo sinfonico
Sakamoto, Pan Sonic y Fennesz actuaron con la OBC, dirigida por Martinez Izquierdo. Bravo Sonar. Si en ediciones pasadas este festival de musicas avanzadas ha ido abriendose progresivamente a espacios artisticos y ciudadanos que no figuraban en sus programas iniciales, como las artes plasticas o el mismo centro de la ciudad, ahora realiza un nuevo giro de tuerca instalandose en el Auditorio y colaborando con la venerable Orquestra Simfonica de Barcelona i Nacional de Catalunya, fundada por Eduard Toldra.
El momento para esta osadia no podia ser mas propicio. El titular de la formacion sinfonica barcelonesa es Ernest Martinez Izquierdo, un director que ha dejado honda huella en el campo de la musica contemporanea con su grupo Barcelona 216 y al que nada asustan este tipo de experimentros, como ha demostrado repetidas veces, por ejemplo poniendo banda sonora en directo a la pelicula Metropolis de Fritz Lang.
Desde sus inicios, el Sonar tiene una particular habilidad para generar complicidades en distintos ambitos. Hace unos anos, por ejemplo, fue acogido para celebrar parte de sus actividades en el Centro de Cultura Contemporanea de Barcelona y ya se ha convertido en inquilino fijo. La principal virtud del festival es generar corriente de aire alli por donde pasa.
Ayer, por primera vez, le toco el turno al Auditorio de Barcelona. Un publico ciertamente poco convencional casi lleno el aforo (unas 2.200 localidades). Habia mucho publico oriental e indumentarias en distinto grados de modernidad. La expectacion era alta. En escena, no menos de un centenar de musicos, dos pianos, dos arpas, percusion in extenso y, en primer plano, descomunales sintetizadores. Decia el programa que una experiencia asi no se habia realizado nunca antes. Mejor ser prudentes ante la sed de records que tan a menudo afecta a Barcelona, pero hay que convenir, cuando menos, que no es una experiencia frecuente. Y solo por eso, por abatir muros que a estas alturas no tienen ningun sentido, por buscar combinaciones nuevas de lenguajes alejados el experimento ya vale la pena.
Otra cosa es entrar a considerar ese experimento sobre el plano artistico. Se trata todavia de un intento muy timido, la musica sinfonica y la electronica se respetan todavia demasiado para llegar a una fusion de la que brote un lenguaje autenticamente nuevo.
Abrio el programa la Adoracion de Velas y Ala, primer movimiento de la Suite escita de Sergei Prokofiev. Sobre ella, los finlandeses Pan Sonic apenas anadieron unos cuantos efectos sonoros sobre amables imagenes de la naturaleza del artista plastico Videogeist.
Siguio a Prokofiev, el Dvorak de la Sinfonia del Nuevo Mundo (segundo movimiento, largo), manipulada electronicamente por Ryuichi Sakamoto. La verdad es que ponerle fondo de cantos de muezines a la amplia vena melodica del musico bohemio se halla en un punto indefinido entre la ingenuidad y el delito. El compositor japones se las vio a continuacion con el primer Concierto de Bardemburgo de Bach. Mas alla de las distorsiones, poco mas le supimos ver, francamente.
En esas estabamos cuando llego lo mejor de la noche. Una transgresion clara, una atrevida inversion de papeles: en Vaihtotovirta, de Pan Sonic con imagenes de Videogeist, es la orquesta al completo la que acompana a la voz electronica. Y lo hace a su modo, con glissandos y largos pedales que generan una interesante sensacion de extranamiento.
Cerraron la velada una pieza muy cinematografica, Javelin, de Michael Torke, que juega sus mejores bazas sobre el componente ritmico, y Lollapalooz , de John Adams. Ambas con efectos de Christian Fennesz e imagenes de Jon Wozencroft que reproducen las vias tras la cola del tren, si no del todo nuevas, si siempre efectivas.
No, quizas este primer experimento no haya resultado todo lo interesante que prometia ser sobre el papel. Pero se ha abierto un camino en el que vale la pena insistir. Hara falta superar recelos, acaso respetos excesivos, entre la severidad sinfonica y los atrevimientos electronicos. Pero el merito es haber puesto estos dos mundos, que altivamente se ignoran, en contacto estrecho. Y ese es un merito del Sonar, que sigue cabalgando sobre la modernidad.
June 18, 2004 - AGUSTI FANCELLI

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Neues Spiel, neues Glück
Nun also doch: der Musterraum 2 zu Gast in der Pinakothek der Moderne
Der Musterraum hat es geschafft. Nachdem ihm vor einigen Wochen die Inbetriebnahme wegen fehlender Genehmigungen noch verweigert wurde (SZ berichtete), kann er nun sein Programm präsentieren: bis zum Samstag, täglich ab 21 Uhr. Dies wurde möglich, da der Pinakothek der Moderne das Konzept der Agenturen gate.11 und kms so gut gefiel, dass die Verantwortlichen beschlossen, es im eigenen Gebäude im so genannten Wintergarten zu realisieren. Der Musterraum ergänzt somit das Veranstaltungsprogramm der Eröffnungswoche.
So schnell kann Hardware zur Software werden. Der Musterraum hatte sich nach der Architektur benannt, in der er ursprünglich stattfinden sollte, einem Raum, der errichtet wurde, um vorweg die Ausstellungssituation in den neuen Museumssälen zu testen. Das Projekt sollte mehrere Wochen vor der Eröffnung auf die neue Institution hinführen und gerade junge Leute ansprechen. Inzwischen hat sich der Musterraum von seinem architektonischen Ausgangspunkt gelöst. Er fungiert jetzt als Label für eine Kombination aus Popmusik und aktueller Bildender Kunst, wobei Wechselwirkungen in beide Richtungen laufen können. Während etwa Die Patinnen/the godmothers part II von einem Film ausgehen, wenn sie ihre Musik spielen, reagiert Videogeist im Stile eines VJings auf die vorgegebenen Sounds. Prinzipiell ist der Eintritt frei, nur am heutigen Montag ist geschlossene Gesellschaft für die geladenen Besucher der Vernissage.
Die Bewirtung übernimmt die Bar der Pinakothek, das zunächst auf mehrere Wochen angelegte Projekt wurde auf sechs Abende komprimiert. Mit Claudia Seelmann von der Galerie jenaparadies entwickelte gate.11 das Medienprogramm. Deren Künstler Orla Connoly, Florian Wüst, Stefan Hoderlein, Philip Metz und Christoph Unger sind daran beteiligt. Das Musikprogramm startet mit Move D, dem Begründer des Heidelberger Labels Source Records. Weitere Highlights sind Klaus Kotai vom Berliner Elektro Musik Department am Donnerstag und die Female Pressure Night am Freitag. Der Musterraum 2 schließt am Samstag mit Protagonisten des legendären britischen Labels Rephlex und Visuals von Chris Cunningham. Aber jetzt, nachdem sich das Projekt von einem realen Raum gelöst hat, warum sollte es dann nicht auch noch einen Musterraum 3 geben?
JUSTIN HOFFMANN

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TV info - for VIVA TV "VS." (TV spielfim / Tv movie /...)
...Die Bilder dazu liefert Philipp Geist alias Videogeist, der ursprünglich aus der umtriebigen Elektroszene der bayrischen Kleinstadt Weilheim stammt. Seinen Ruf als einer der besten VJs Deutschlands erarbeitete sich Videogeist in Berlin, wo er lange in Clubs wie dem WMF mit visuellen Loops für Furore sorgte...
...Die Bilder zum VS.-Mix liefert Philipp Geist alias Videogeist, der seine VJ-Karriere mit Sets für Console begann und heute unter anderem als Resident-VJ im Berliner 'WMF' für optische Reize sorgt...

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Die Revolution der Discokugel
Text: Barbara Höfler
Fotos: Patrick Voigt / Silke Weinsheimer
Allegra 03/2002


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Clubs go Multimedia (julia schneider / deutsche welle online)
Video-jockeys are becoming increasingly important in clubs these days, as party locations are going more multimedia.
Whereas night-clubs always tend to buzz with music, people and movement - sounds and beats would always dominate more than images, and club walls usually remained bare.
However, video projections are becoming increasingly important in clubs these days. Visuals help to communicate ideas further, projecting the ideas behind the DJ's music and creating the right atmosphere to go with the music. Ladomat, a well known label for electronic music based in Hamburg, toured Germany this summer with D and VJs.
On the night of the Ladomat Tour 100 last summer, the WMF-club in Berlin was bathed in red. Not the whole club, but the screens of several huge monitors set in pairs around the dance floor - leftovers from the former GDR. When the music started, the red colour on the screens would begin to move slowly, showing jelly-fish, followed by other, more abstract visuals.
Listen to the music
VJ Philipp Geist was part of the tour.
Performing live is no easy task. The VJ must anticipate what the music will bring next, and what, in turn, he must add or substract from his video.
VJs create their own style by using particular topics and transferring them to a rhythm. A dialog between music, images and graphics is created. One visual never stays long before it switches to the next. VJs are not interested in creating a storyline. The club is not supposed to become a cinema.

Philipp Geist, a regular VJ at the WMF, works with a lot of TV-footage, for instance from sport events. "For the club, playful, ironic TV-trash is a good choice - normally I like to do a mixture of minimal, fast and slow images," he says. "Sport events, shots from the Olympics, are pretty good material."
Showing slides on sheets
In 1998, Philipp Geist began his career as VJ doing slide-shows with the group Console. His rhythmic images were shown at parties, galleries and museums there were no real clubs in Weilheim, Bavaria, were he was living at the time. "On our tour in Leipzig I had to project my visuals on sheets hanging on the club's walls, kind of frustrating, but I still did it." It is also not uncommon that people simply do not know that what they are seeing are live visuals. "Some people think I'm the DJ. They come up to me and ask me to put on some techno."
Today there are only three clubs in Germany which have the facilities for a VJ. The WMF in Berlin, the Suit 212 in Stuttgart, which opened last year, and the Robert Johnson, a very small club in Offenbach. On tour with the Ladomat team, VJ Philipp Geist always had to carry his technical equipment around with him.
Every Thursday at the Kurvenstar in Berlin Mitte, hip hop and house beats fill the high-ceilinged rooms, while videos are mixed live. The flash animations are made with the help of laptops. These regular "Labstyle" evenings feature different DJs and VJs.
Labstyle was initiated by a group of graphic designers and VJs called Pfadfinderei. Most of their visuals are based on very abstract graphics. Other VJ-teams at Labstyle, such as Visualitäter and Codec prefer using photographic images. "I don't like to sample at all, something a lot of VJs do - I try to shoot most of the material myself, whether architecture, streets, skateboarding or break-dance," VJ Codec says.
No cheap sensations
Today's VJs go back to the 60s and the 70s, to the days of the video-mixer, a technical instrument which worked in a similar way to current forms of video-mixing equipment. However, it was only in the 90s that clubs were able to afford this kind of technical equipment.
The VJs Visomats alias Gereon Schmitz, Torsten Oetken and Michel Weinholzner have been working on the convergence of audio and video in clubs since 1997. Their base is the legendary WMF club in Berlin. Here, they installed a system for video-mixing and shocked the audience in 1997 with surveillance cameras and flickering monitors. "We don't use any cheap sensations like exploding atomic bombs," state the Visomats, "but we like to work with interference and disruption, images not usually welcome in a normal television context."
Until recently, most video and music collaborations have been shallow at best many argue that video takes a backseat to the music, or in some cases, that the video simply has nothing to do with the music at all. But Philipp Geist thinks that live images are important. "Once I had a technical problem and all of a sudden the visuals where gone. At that moment everybody stopped dancing."
In clubs people are often busy dancing and do not necessarily pay much attention to the images projected around them. The images are meant to dance with the people, working like the rhythm of the music. Therefore visuals in a club are more likely to be dynamic, fast and rough while at a concert where people go in order to listen and see, the VJs have to work more precisely.
Watching music
VJs usually choose their footage according to the event. Geist does a lot of video-mixing for clubs, but he also works with musicians. At a recent concert at the Mudd Club in Berlin, people weren't moving but listening and watching. The atmosphere was more like that of a living-room.
The two musicians and Geist sat on a small stage in armchairs. Philipp's black and white images appeared on three TV monitors standing at the bottom of the stage. Geist calls this kind of work "a dialog between sound and images - the visuals become quite equal to the music."
"In a way musicians and video people work in a similar way," Geist says. He points out that Schneider TM samples and records sounds, the way he does with images, in order to fuse them together at the live-act. And like the music, the visuals carry their theme through repetition and patterns, showing various alienated shapes.
"In a way I am doing performance art, maybe not art, but at least video-mixing is a thing of the moment," Geist says. He sees it as a challenge, "finding the right images at the right moment and never knowing exactly which images the evening will bring." According to VJ Geist today's clubs are becoming more and more multimedia, with people wanting to listen, feel and see at the same time.
Julia Schneider

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ae-pool.de - Philipp Geist Interview
VJ's sind im Kommen. Nicht die Leute im Clip-TV, die zwischen den Musikvideos daher palavern, sondern richtige Mixkünstler, die aus Videoschnipseln und Endlosschleifen einen energiereichen Bildermix an die Leinwand zaubern. Das WMF in Berlin suppportet diese Art LIVE-Show in seinen Räumen und spätestens seit der Sendung 2Step auf VIVA ZWEI dürfte die Arbeit eines VJ's mehr in den Vordergund gerückt sein. Fünf Koffer Videotapes, en Videomix, immer zur Musik passend, immer spontan, immer Philipp Geist.
ae-pool: Du bist in den frühen 80er Jahren als knapp Vierjähriger nach Weilheim gekommen und hast als 20Jähriger dann dort die Kunstszene ziemlich beeinflusst und in Aufruhr versetzt. Wie kam der Sprung zur Arbeit mit Bildmaterial zu Aufführungszwecken?
geist: Das lag auch ein bisschen an der Stadt Weilheim, aus der ja sehr viele und sehr gute Musiker kommen. Da lag es nahe, mit Musikern Projekte zu starten und diese dann live aufzuführen.
ae-pool: Du bist 1999 nach Berlin gezogen. War das eine Art Schlusstrich unter Deinen künstlerischen Aktivitäten in Weilheim? Deine Idee, Martin Gretschmann und Axel Fischers (Console) Musik mit einer LIVE Dia Überblendshow zu begleiten, stieß ja dort nicht gerade auf große positive Resonanz.
geist: Nicht wirklich ein Schlussstrich zu Weilheim, aber ich habe mich doch ein wenig in den Möglichkeiten begrenzt gefühlt, die Weilheim bieten kann. Es hatte aber nichts mit einem nicht sachlich sondern nur verletzendem Zeitungsartikel zu tun. Zu der Diashow stehe ich nach wie vor und ich war auch nicht der Einzige.
ae-pool: Kaum warst Du in Berlin, ging es ja gleich richtig zur Sache. Auftritte in Clubs, Videomixing und und und. Wie kams? Waren schon Kontakte vorhanden?
geist: Es ging alles wirklich sehr schnell hier. Es waren nur einige wenige Kontakte da. Aber doch zu sehr interessanten Leuten, die wiederum sehr viele Leute kennen und so nahm das dann seinen Lauf. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass Weilheim mir da unglaublich geholfen hat. Viele Leute haben sich einfach für die Szene in dieser Stadt interessiert. Schon lustig wenn man weiß wie Weilheim so ist.
ae-pool: Woher rühren eigentlich die Kontakte zum WMF in Berlin? Du bist ja fast wöchentlich dort vertreten.
geist: Das stimmt nicht ganz. Bin eigentlich in letzter Zeit eher selten im WMF aufgetreten. War meist in anderen Städten beim Videomixen. Ins WMF bin ich über einen Kollegen reingerutscht. Der hat mich da mal mitgenommen und seit dem bin ich da.
ae-pool: Beschreibe mal bitte Deine "Video-Sets". Gehst Du schon immer mit einem bestimmten Bild im Kopf an Deine Performance ran oder lässt Du Dich live von der Musik leiten? Spielt die Location da eine wichtige Rolle?
geist: Ja, ich würde sagen es spielt beides eine wichtige Rolle. Ich versuche ohne wirklich Vorstellungen in einen Abend zu gehen. Aber ich hab natürlich sehr viele Loops dabei und kann dann damit dann auf die Musik reagieren. im Wesentlichen ist das Set eher abstrakt und nur gelegentlich verwende ich "gesamplete" Sequenzen, eigentlich nur in Clubs zur Auflockerung des Sets. Ich sag dazu immer "das sind meine Clubwitze".
ae-pool: Wie kommst Du eigentlich zur elektronischen Musik. Gefiel sie Dir schon immer persönlich oder sahest Du sie anfangs nur als Mittel zum Zweck, um Deiner Videoart ein Podium zu bieten?
geist: Nein, diese Musik gefiel mir einfach am besten. Aber ich habe auch schon was mit Jazz Musikern gemacht und Klassik würde mich interessieren. Wichtig ist mir nur immer, dass mir zu der gespielten Musik etwas einfällt und mir persönlich auch gefällt.
ae-pool: Was hast Du so für Projekte für die Zukunft?
geist: Ziemlich viele live Videosets stehen an. Ansonsten werde ich sicher bald mit Schneider TM wieder was unternehmen. Uns schwebt da eine Art Unterhaltung / Dialog vor. Er drückt sich mit seiner Musik aus und ich mit meinen Bildern. So was gefällt mir immer sehr gut. Die Überraschung, keiner hat wirklich eine Ahnung was daraus kommen wird.
ae-pool: Wir danken Dir für das Interview und wünschen Dir viel Erfolg für Deine weitere Zukunft.
Philipp Geist Website: videogeist.de
Philipp Geist ist mit seiner Videomix Show auf der ae-pool.de Birthday Party am 12. Januar 2002 in der Kulturfabrik Hoyerswerda vertreten.

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'Tanz' den Schwarzenegger
Frankfurter Rundschau Magazine 18.8.2001
Video-Jockeys lassen die Massen erst richtig tanzen. Ihr wilder Bilder-Mix soll der Clubmusik einen Extra-Kick geben. Gemischt wird, was scharf macht: Hantel-Training mit Arnold oder hopsende Tanga-Girls.
Von Barbara Höfler
Tobi lässt die Jalousien seines Zimmers runter und fällt sofort ins Koma. Wer sich erinnern kann, ist nicht dabei gewesen. Hat mal jemand über Woodstock gesagt. Tobi war gestern gut dabei. Nicht auf einem Festival, sondern im Club. Zwölf Stunden lang. An viel erinnert er sich wirklich nicht. Nur, dass morgen Montag ist. Und gestern, wie hieß der Typ mit den irren Videos noch mal
Rewind: Es ist erst Mitternacht und der Laden schon dicht. Wer es schafft, am Türsteher des "Ultraschall" im Kunstpark Ost vorbeizukommen, ein Club in einem alten Fabrikgebäude, muss sich anschließend weiter durchkämpfen. Vorbei an der Garderobe, durch Trauben von Mädchen mit Nietenhalsbändern und Typen in engen Nylonhemden. Dann in die Mitte des Raums mit der schwarz geteerten Decke, wo sich verschwitzte Gesichter um eine vergitterte Cocktailbar drängen. Dann die vier Stufen hinunter zum Dancefloor, hinein in die Meute der Tanzwütigen. Der Bass hämmert an den Schuhsohlen. Kein Bein steht still. Alle Hüften wippen. Manchmal kreischt die Menge wie auf Kommando. Wenn der DJ das Tempo wechselt. Manchmal auch nur, weil einer angefangen hat.
Mittendrin Tobi, 19 Jahre alt, Elektrolehrling, Versace-Rock und Buffalos. Über ihm eine Leinwand im Ausmaß eines Doppelbetts, darauf dreiteilt sich das Bild eines Playgirls im Tanga.
Stop. Auf einem Monitor neben der DJ-Kanzel läuft schon der nächste Film. In dem stemmt der junge Arnold Schwarzenegger Hanteln. Hoch und runter, wie in einer Endlos-Schleife. Vor dem Monitor ein Mischpult, dahinter Philipp Geist: 25, abgewetztes Jackett, Secondhand-Krawatte. Er dreht den Kopf zum DJ. Der hört schon in die nächste Platte rein. An seinem wippenden Oberkörper erkennt Philipp den Takt. Er zählt mit, drückt ein paar Knöpfe auf dem Mischpult, stimmt den Schwarzenegger-Rythmus darauf ab. Eins, zwei, bei drei mischt der DJ den Übergang und Philipp haut den Regler runter. "Yes! Voll auf den Beat gegangen!" Philipp schaut ins Publikum. Es kreischt.
Solche Momente sind für Philipp der Kick. Heute ist er ausnahmsweise in München zu Gast. Seit Wochen ist die "Lado"-Nacht der Ausgeh-Tipp in jedem Stadtmagazin. Ladomat, das Hamburger Vorzeigelabel für elektronische Musik, ist mit seinen DJs auf Deutschlandtour. Und weil der Produktmanager Henning Hauer glaubt, dass eine richtig gute Party ohne Video-Jockey nicht mehr auskommt, es in Hamburg aber keinen gibt, ist Philipp mit am Start.
Eigentlich mischt er seine Bilder meistens in Berlin. Er ist Resident-VJ im Berliner Club "WMF", einem Laden wie das "Ultraschall". Nur räkeln sich die Playgirls dort nicht auf aufgespannten Leintüchern, sondern auf riesigen Messe-Bildschirmen. Das WMF ist der einzige Club in Deutschland, der sich den Luxus gönnt, neben der Kanzel für den DJ ein eigenes Pult für den VJ aufzubauen. Leute wie Philipp sind dort die neuen Stars. Und keiner verwechselt ihren Job noch mit dem von MTV-Moderatoren. Zu einem Clip von Gigi D'Agostino würde Philipp nämlich kein Text einfallen.
Wenn er Musik hört, sieht er Bilder, erklärt er seinen Job. Und die Bilder setzt er für alle sichtbar um. Er ersteigert Playboy-Videos bei Ebay, kauft Schwarzenegger-Filme auf dem Flohmarkt, filmt Haarbürsten im Schlecker-Markt und zieht sich Szenen aus dem Sportfernsehen. Was ihm an Bildmaterial gefällt, kommt in seinen Mac, wird digital geschnitten und verfremdet und kommt als Sample auf eine Kodak-Videokassette, als ein sich ständig wiederholendes Muster.
Hundert solcher Bänder hat Philipp heute dabei, jedes vier Stunden lang. Sie stehen Rücken an Rücken in fünf Aluminiumkoffern auf dem Boden und unterscheiden sich nur durch aufgeklebte Bildchen. Die Platten des DJ's füllen nur eine Kiste, aber der weiß schon vorher ungefähr, was er spielt. Philipp muss das spontan entscheiden. "Video follows the music" - das ist die erste Regel beim VJ-ing. Der DJ gibt die Taktung vor, der VJ zieht mit den Bildern nach. Bestenfalls auf den Beat genau. Das zu beherrschen, ist für Philipp eine Kunst.
Mit Kunst kennt sich Tobi nicht aus. Aber mit Wodka-Redbull, und seiner hier ist viel zu lasch. Er klemmt sich den Strohhalm zwischen die Zähne und zieht das Getränk in einem weg. Heute will er steil gehen, "Drecksauparty machen". Abhotten, bis die Knie flau sind, Cocktails schütten, bis der Magen sich dreht, Mädchen mit Nietenhalsbändern anflirten und morgens Passanten für Aliens halten. 160 Mark hat Tobi in seinem Geldbeutel stecken. Ein Wodka Redbull kostet 12,50 Mark. Das reicht für zwölf Cocktails und eine prima Party.
Auf die Leinwände schaut er nur ab und zu. "Voll wirr" findet Tobi, was da passiert. Aber Berlin ist fit, vom WMF hat er schon viel gehört und dass heute ein VJ hier ist: "Fett lässig!"
So lange Tobi nicht hinstarrt, ist Philipp zufrieden. Andernfalls hat er seinen Job schlecht gemacht. "Wenn die Leute anfangen, sich auf deine Bilder zu konzentrieren, hast du als VJ schon verloren", erklärt er. "Dann hast du zu viel Inhalt drin." Und für Geschichten ist hier drin kein Platz. Die zweite Regel beim VJ-ing: Der Club ist kein Kino. Für VJs wie Philipp ist der Club "ein sensitives Kunstformat". Das heißt: Die Leute sollen hören, schauen und fühlen. Aber nie nur zuschauen, nur zuhören, nur fühlen.
In den 60er Jahren haben schummrige Diaprojektoren Licht ins Dunkel des Nachtlebens gebracht. Dann hielten Stroboskop-Lichter, Diskokugeln und Lichtorgeln Einzug. Mit den Raves kam die Lasershow. 1997, im Berliner WMF, brach zum ersten Mal ein Gewitter sinnentleerter Bildausschnitte über den Dancefloor herein. Die "Visomaten", ein VJ-Kollektiv aus Berlin, hatten im Club Telefonzellen-große Monitore aus den Restbeständen der DDR aufgebaut. Sie schockten das Publikum mit Überwachungskameras, flimmernden MS-DOS-Datensätzen und Testbildern wie nach Sendeschluss.
Philipp experimentierte, damals noch daheim in Oberbayern, mit Dias und befreundeten Ambiente-Musikern. Er lieferte seine rhythmisierten Bilder für Partys in Galerien und Museen - Clubs gab es in Weilheim nicht. Der Kommentar eines Lokaljournalisten: "beliebig, unbedacht, gefällig". Nach seinem Umzug nach Berlin lernte Philipp Gleichgesinnte kennen. Die Visomaten, die mit Laptops, Pixeln und Videoinstallationen arbeiten. Die VJs von der "Pfadfinderei" mit ihren Flash-Animationen. Die "Visualitäter", die ihre selber gedrehten Super-8-Filme zerschnipseln. In Leipzig traf er Ritschi Riediger, der Körperzellen unterm Mikroskop filmt. Und den Artikel aus dem Weilheimer Tagblatt hat Philipp auf seine Homepage gestellt - neben den nächsten Party-Terminen, den Veröffentlichungs-Daten seiner Videos für Philipp Boa, Console und Lali Puna und Beige GT. Dort finden sich auch die Sendezeiten von 2 Step auf Viva2. Der Sender zeigt die Videomixe von Philipp und seinen Kollegen jede Woche.
Halb vier Uhr morgens, der Herd-Loop ist dran. Philipp lädt nach. Das Band zeigt 240 Minuten die Flamme des Gasherdes in seiner Berliner Küche. Ein paar Handgriffe am Mischpult, und schon verwandelt sich das Bild auf dem Vorschau-Monitor in leuchtende blaue Blumen. Philipp strahlt über den Effekt, hat schon vergessen, dass er eigentlich nicht hier sein sollte. Das Ultraschall wollte ihn zunächst gar nicht buchen, wie die meisten Clubs auf der "Lado"-Tour. Die DJs sind teuer, der VJ gilt als Luxus, und oft fehlt den Clubs die notwendige Technik. Auch ins Münchner Ultraschall musste Philipp ein halbes Elektrofachgeschäft mitbringen: zwei Videorekorder, ein Videomischgerät, mit dem er die einzelnen Bilder ineinander spielen und an Ort und Stelle verändern kann, zwei Fernseher und einen Projektor. Seine Gage bezahlt das Plattenlabel. Ein paar Hunderter sind es an diesem Abend, exakt die Hälfte des DJ-Honorars. Aber Philipp sieht sich als Missionar. Er wirft einen Blick in die Menge. Keiner schaut. Play.
Auf der Tanzfläche ist immer noch viel Verkehr, aber die Rushhour ist vorbei. Es ist neun Uhr morgens, auch an der Bar leert es sich jetzt. Dort lehnt Henning Hauer und nippt an einem Heineken. Er wird den Club gegen zehn Uhr morgens als einer der letzten verlassen, zusammen mit den DJs und Philipp. Dann hat Philipp zehn Stunden live Videos gemischt und Henning Hauer hat ein schlechtes Gewissen. Wegen der schlechten Bezahlung, dem Stress auf der Tour, und weil so viele Clubs ihrem Publikum immer noch sagen "Hier ist die Musik und jetzt friss!" Aber Henning bleibt dabei: "Eine Party rockt nicht ohne VJ!" Er nimmt den letzten Schluck Bier aus der Flasche und sagt, bevor er sich ein neues bestellt: "Ein DJ war auch mal einer, der nur in der Ecke steht und mischt."
Tobi kriegt das nicht mehr mit. Die 160 Mark sind verprasst. Er wankt zum Ausgang durch den halb leeren Club, schnappt sich an der Garderobe noch einen Flyer. Zur Erinnerung ans "Line-up", das er jetzt leider doppelt sieht. Philipps Namen sucht er darauf noch am Nachmittag vergebens. VJ "Videogeist" hat bis jetzt nur in Berlin einen Namen. Fast Forward.
http://www.videogeist.de
http://www.visomat.com
http://www.pfadfinderei.com

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PHILIPP GEIST vidéaste de choc
english: Philipp Geist - shocking film-maker
Né en 1976 dans la Ruhr en Allemagne, Philipp vit désormais à Berlin où il travaille depuis 96. Il se produit régulièrement dans différentes exhibitions artistiques. Tour à tour peintre, photographe, plasticien, graphiste, vidéaste et performer. C'est un artiste complet que nous vous invitons à découvrir.
english:
Born in 1976 in the Ruhr, in Germany. Philipp lives in Berlin, where he works since 96. He autoproduced himself regularly in different art exhibitions. At times painter, photographer, 3D artist (note: plasticien is a term for artists who do anything tridimensional, sculptors like installations or video, or concept...), graphic-designer, videomaker and performer. He is a complete artist and we invite you to discover him.





Console feat. Hanayo record: gift (geist records londoN) taken from console radio play "Is&Dn" © phiLipp geist 2000
"Impressionnant", voila le terme que nous avons envie d'employé pour vous décrire les travaux expérimentaux de "Philipp Geist". Ce "touche à tous" artistique met en scène ces peintures dans des lieux divers, donne une présence visuelle à la musique électronique et travaille à la réalisation de clip vidéo pour la scène Rock et Electro. Mettant en dualité l'image et le son. Il fouille l'aspect graphique de l'image vidéo comme le ferai un graphiste. Il s'attache parfois à la macro et focalise son objectif sur une façade de bâtiment. Oui vous avez bien lu "une façade" ! Cette même façade que vous avez déjà du contempler un soir, un verre à la main avec une musique jazz en fond sonore.
A la fois organique et numérique l'image de Geist est le reflet d'une dualité entre la vie et la machine.
english:
"Impressing!" That's the word we want to use to describe the experimental works of PG. His artistic touch is in everything, he puts on stage his paintings in different locations, gives a visual presence to eletronic music and directs promos for the eletronic and rock scene. Putting in duality image and sound. He transforms the graphic aspect of the image like a graphic designer would. He uses sometimes a macro-lens and focus on a building. Yes you got that right, "a building!" That same building that you must have already stared at, one evening, with a glass in your hand and jazz music in the background.
Sometimes organic and digital, Geist images are the reflex of the duality between life and machine.
Il est aussi l'auteur des clips de :
english: he is also the author of the following videos
"Tied & Tickled Trio - Yolanda record: EA1 EA2 payola / community / virgin © philipp geist 2000
Console feat. Hanayo record: gift (geist records londoN) taken from console radio play "Is&Dn" © phiLipp geist 2000
Console - Pigeon Party record: rocket in the pocket payola / community / virgin © philipp geist 2000
Phonem - Blone Kone record: phonetik morr music © philipp geist 2000
Phillip Boa (RCA 2001) - eugene (philipp geist cut) © philipp geist 2001
Beige GT (L'AGE D'OR 2001) - funghi pudel © philipp geist 2001
Generation Aldi (Payola 2001) - bratislover © philipp geist 2001
.... et bien d'autre que nous vous laissons découvrir sur son site.
Nous remercions Philipp Geist de nous avoir laisser mettre en place l'une de ces vidéos sur notre site.
english: .. and also much more, we let you discover on his website.
We thank PG for alloeing us to put up his video on our site.
En savoir plus :
http://www.p-geist.de
http://www.videogeist.de
Auteur : hydrogen - 5/08/2001
(lab-h2o.com)
http://www.lab-h2o.com/visualisation_article.asp?id=94&idtype=5&idcategorie=1
translation: Francesca Staasch <francesca_staasch@gmx.net>

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Wenn Ton und Bild sich die Hand gebenIrgendwo zwischen Gesamtkunstwerk und Partydeko: Videojockeys mixen Bilder live zur Musik
Berliner zeitung 11.04.2001 (Paul-Philipp Hanske)
Es begann mit einem altem Fernseher. 1991, im Frisör, einer Bar in Mitte, bauten Gereon Schmitz und Karlheinz Jeron für eine Techno-Party einen Gimmick: Anstelle von TV-Signalen pumpten sie Audiosignale aus dem Musikverstärker in einen Bildschirm. Auf dem Monitor war ein kleiner Lichtpunkt zu sehen, der je nach Tonlage der Musik wild umhertanzte, sich spreizte oder sich in einen Nebel auflöste. Dieses Gerät, Schmitz nannte es "Visomat", koppelte auf archetypische Weise Ton und Bild. Er war weit mehr als nur Partydekoration. Der "Visomat" nahm vorweg, was erst Ende der 90er-Jahre zu einem großen Thema werden sollte: Die Arbeit der Videojockeys, kurz VJs.
Der VJ arbeitet analog zum DJ: Der eine mixt Platten und Samples ineinander, der andere macht genau dasselbe mit Videomaterial. Er steht am Videomixer und montiert passend zur Musik kurze Sequenzen oder Bildschleifen ineinander und verfremdet diese. Im besten Fall geben sich Musik und Bild die Hand.
Nach der Party im Frisör stand Schmitz und Jerons "Visomat" erstmal einige Jahre in der Abstellkammer. Es war die Zeit des frühen, hämmernden Staubsaugertechnos. Mit subtiler Koppelung von Musik und Bild konnte man in der Raving Society nicht allzu viel anfangen. Worauf die Kids als visuelle Musikuntermalung standen, waren die "Technotunnels": diese ewig gleichen 3D-Animationen, auf denen kleine Roboter durch Drogentripfarbige Scifi-Welten rasen.
"Ich habe erst 1996 wieder angefangen, mich mit Musik und Video zu beschäftigen", sagt Gereon Schmitz. Zusammen mit Michael Weinholzner und Thorsten Oetken gründete Schmitz ein VJ-Kollektiv und benannte es nach dem visionären Gerät "visomat inc.". 1997 statteten die "Visomaten" den Berliner Club WMF mit riesigen, archaischen Monitoren aus der DDR und einem Videomixer aus.
Berlin als Metropole der VJs
Inzwischen gibt es in Berlin so viele VJs wie in keiner anderen deutschen Stadt. Mitverantwortlich hierfür ist sicherlich das WMF. Es ist die einzige Diskothek im Land, die einen festen VJ-Platz und regelmäßig VJ-Auftritte im Programm hat. Im Rest der Republik ist bisher noch nicht viel los mit visueller Kunst in den Clubs. Denn obwohl Videojockeys noch längst nicht so viel verdienen wie ihre Kollegen an den Plattenspielern, wollen die meisten Diskos einfach nicht für einen VJ noch mal Geld ausgeben, wo doch Trockeneis-Nebel, eine Diskokugel und Stroboskop auch viel Effekt machen können.
Trotzdem kommt VJing in Mode, langsam. In "2 Step", einer sehr hippen Techno-Sendung auf Viva 2, kann man wöchentlich einen neuen Videomix sehen, der ein DJ-Set begleitet. Und immer mehr Diskos, etwa das Casino in Friedrichshain, buchen einen VJ für einen herausragenden Abend.
Was dann auf den Monitoren zu sehen ist, hat mit einem klassischen Musikvideo wenig zu tun. "Wir wollen auf keinen Fall Geschichten erzählen", sagt Gereon Schmitz. Visomat bedienen sich technischer Symbole. Testbilder, Schaltpläne und Molekülmodelle werden zu einem nervös flackernden Mix verarbeitet. "Die Bilder sollen die Musik kommentieren", sagt Schmitz. Aber jeder solle sie verstehen können, man dürfe keinen intellektuellen Anspruch hineinlegen. Denn schließlich gehe es um Tanzen und nicht um Autorenfilme. Die Bilder sollen den Takt unterstützen, die Bildschleifen mit den Tonschleifen korrespondieren.
Noch abstrakter
Labstyle, die VJ-Abteilung des Berliner Grafikbüros "Pfadfinderei", arbeitet noch abstrakter als die Visomaten. Das VJ-Team, das jeden Donnerstag seine Arbeiten in der Bar Kurvenstar präsentiert, zeigt kantige Flächen, die sich zum Takt ineinander verschachteln, vervielfältigen oder in Pixel auflösen. "Wir sperren uns nicht gegen Gegenständliches. Wir finden nur, dass das Abstrakte besser mit der Technomusik korrespondiert", sagt Honza, einer der "Pfadfinder".
Philipp Geist, regelmäßiger VJ im WMF, arbeitet größtenteils mit Sequenzen aus dem Fernsehen. Die banalen Bilder des Privat-TVs wirken in dem völlig anderen Kontext skurril und verstörend. Wenn Geist aus strippenden Playmates mittels Achsenspiegelung dreibrüstige, im Takt zuckende Monster kreiert, weiß man nicht, ob man es lustig oder schaurig finden soll.
Aber zu der pumpenden, lasziven Technomusik, die Geist vornehmlich bebildert, passen die Stripperinnen genauso gut wie Aufnahmen vom weißen Hai, der sein blutiges Gebiss in Metallrahmen verkeilt. Oder wie der junge, eingeölte Arnold Schwarzenegger, der im Takt die Gewichte stemmt. Das macht Effekt. Und um den geht es ja auf der Tanzfläche.
Spaßbilder für die Tanzenden
"Es gibt im Club gerade mal fünf Leute von 500, die die Bilder konzentriert anschauen", sagt Safy Sniper, Videokünstler und einer der Protagonisten der Berliner VJ-Szene. "Im Club, da geht es um Spaß. Da brauchst du Spaßbilder", sagt er. Und was er darunter versteht, ist nicht gerade recht subtil. Etwa John Travolta, der sich am Gemächt kratzt. Oder die Mimik einer orgasmusvortäuschenden Pornoschauspielerin.
"VJs, die Künstler sein wollen, überschätzen sich", sagt Safy. "VJs sind Kunsthandwerker, wie DJs eben auch."
Visomat
www.visomat.com
Pfadfinderei
www.pfadfinderei.com
Philipp Geist
www.p-geist.de

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Was will Geist uns sagen?
Weilheimer Künstler überzeugte in Schongau nicht
Schongau / Weilheim (well) - Es war schon immer die Stärke des jungen Herren Geist, seine Werke in beeindruckender Umgebung zu zeigen oder sich mit beeindruckenden Künstlern zu umgeben. Das Stadtmuseum Schongau, ehemals Kirche, war Ort seiner Vor- und Verführung unter dem Symbol des heiligen Geistes, der Taube.
An dem Platz, der ehemals dem Altar der Kirche vorbehalten war, stand eine große Dia-Leinwand, flankiert von zwei Lautsprechern. "Console meets Geist" ("Console trifft Geist") : Der Titel der Veranstaltung gäbe zu Wortspielen Anlaß. Philipp Geist, 23, möchte alles zur Dekoration machen: Ambiente und Gastkünstler und sogar seine eigenen Werke. "So nicht" war der erste Kommentar dazu im Gästebuch des Abends. Treffend.
Man hört, der junge Künstler wolle demnächst in Berlin Kontakte knüpfen. Ob damit eine ersthaft betriebene Ausbildung gemeint ist, die Geist bisher strikt - sie könnte ihn ja beeinflussen - abgelehnt hat? Auch ein hochbegabter Autodidakt bedarf des Lernens des Wissen der Generationen, damit in seinen Bildern nicht raffinierte Oberflächlichkeit, sonden auch persönliche, innere Auseinandersetzung zu sehen ist.
Philipp Geist zeigt wunderschöne gestaltete Farbenspiel-Dias in Überblendtechnik. Es faszinierende Wechsel, vor allem, wenn die überbordenden Farben weniger und Leere und Dunkelheit mehr werden. Es gibt entsetzlichen Kitsch: Wolken in sanften Gelb und Abendrosa auf der Leinwand. Alles dekorativ, beliebig, unbedacht, gefällig, glatt, harmlos: Flughafenkunst, der nicht einmal der zeitgeistige Jetset mehr Auge schenkt. "Man müßte high sein", meinte eine Besucherin. Damit wurde es nichts.
Bei Martin Gretschmann ("Console") schon eher. Er lieferte die vorbereiteten, nach seinem improvisatorischen Willen an diesem Abend zusammengefügten rhythmischen Klangabläufe. Sie nahmen den Gast mit, der sich auf die langsame minimalistische Veränderungen einließ und bereit war, auch die schmerzhaften Überfälle maschinengewehrartiger Ausbrüche zu akzeptieren.
Der glatten Schönheit dieser Bilder stellte Gretschmann wohlplazierten akustischen Protest zur Seite. Axel Fischer (Toxic) ging noch einen Schritt weiter: Seine Synthesizer-Steuerung produzierte Klänge, die sich radikal von der Geist-Idylle entfernten.
Dem allem schaute und hörte eine Gemeinde aus Freunden, Verwandten, hoffnungsvollen zu, die - im ehemaligen Kirchenraum versunken wie in die Anbetung eines futuristischen Messias - nach langem Warten leer, unerfüllt nach Hause ging. Geist war (nicht) da, Gedot (natürlich) nicht gekommen.
Unbeantwortet blieb gerade in der latenten New-Age-Stimmung die Frage: Was wollte Geist uns damit sagen? Wenn er denn überhaupt etwas zu sagen hatte.
Thomas M. Wellens (Weilheimer Tagblatt 04.01.1999)

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"Philipp macht Bilder, ich Musik"
Schongau (as) - "console meets geist" heißt die Diashow, die von beiden Musikern Martin Gretschmann und Axel Fischer sowie dem Maler Philipp Geist am Mittwochabend im Schongauer Stadtmuseum veranstaltet wird. Gretschmann und Geist sprachen mit den Schongauer Nachrichten über ihr außergewöhnliches Projekt, in dem elektronische Live-Musik und abstrakte Fotomalerei in Einklang gebracht werden.
Wie ist die Idee zu dieser Diashow entstanden?
Gretschmann: Man trifft sich regelmäßig. Wie es in einer Kleinstadt eben ist. Philipp macht seit Jahren Bilder und ich Musik. Da war eine Verbindung dieser beiden Stile naheliegend.
Habt ihr diese Verbindung aus Dias und Musik schon mal vorgeführt?
Geist: Unsere erste Aufführung war im Januar im Münchner Kunstpark Ost. Das Problem dabei war allerdings, daß die Leute in Party-Stimmung waren und während der Show geredet haben. Das hat dann nicht so recht funktioniert.
Was muß man sich unter abstrakter Fotomalerei vorstellen?
Geist: Die Dias werden auf eine große Leinwand geworfen. Bei den Bildern stehen nicht die Objekte und Abbildungen im Vordergrund, sondern die Farben und Konturen. Es ist eine Malerei mit der Kamera. Die Bilder sind auch nicht statisch, es ist Bewegung drin. Man erkennt auch nicht die fotografierten Objekte. Das Medium Fotografie wird völlig anders betrieben.
Und welche Musik gibt´s dazu?
Gretschmann: Wir spielen live mit einem Keyboard und einem Computer. Es wird nichts vorbereitet. Die Stücke entwickeln sich einfach, wir komponieren spontan. Die elektronische Musik wird eher monoton und minimalischtisch sein, eine Art Ambient-Minimal-Techno.
Geist: Ich bin auch schon gespannt darauf, wie das Ganze wird. Die abstrakten Fotos, die Musik und die Räumlichkeit ergeben bestimmt eine spannende Atmosphäre.
Elektronsiche Musik und abstrakte Fotomalerei - paßt das überhaupt zusammen?
Gretschmann: Wenn man sich darauf einläßt, dann paßt es immer zusammen. Unsere Diashow ist sicherlich in der Kategorie experimentielle Kunst anzusiedeln.
Wieso habt Ihr Euch Schongau für die Diashow ausgesucht? Ihr seid doch Weilheimer.
Geist: Ich hab hier in Schongau einmal bei einer Gruppenausstellung mitgemacht. Da lernte ich den Richard Ide, den Leiter des Stadtmuseums kennen . Ihm hat auch unsere Diashow im Kunstpark Ost in München gut gefallen. Weilheim ist nicht so das Kunstpflaster. Dort sind die Leute eher konservativ.
Glaubt Ihr, daß dieses Experiment beim publikum ankommt?
Geist: Wir würden uns freuen, wennes den Leuten gefällt. Wenn keiner klatscht, dann ist das schon deprimierend.
A. Seiler (Schongauer Nachrichten 29.12.1998)

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Abstrakte Fotomalerei
Schongau (kie) - Ein Highlight experimenteller Art bietet das Stadtmuseum. Unter dem Titel "console meets geist - diashow schongau 98" zeigt der Weilheimer Philipp Geist am Mittwoch, 30. Dezember, ab 20 Uhr abstrakte Fotoamlerei. Musikalisch untersützt wird er von Axel Fischer ("Toxic") , Martin Gretschmann ("Conbsole" und "The Notwist") und DJ Shuttle
Schongauer Nachrichten 28.12.1998

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"console meets geist"
Schongau - Zum Jahresende bietet das Stadtmuseum Schongau unter dem Titel "console meets geist - diashow schongau 98" ein Highlight der experimentellen Art. Am Mittwoch, 30 Dezember, ab 20 Uhr, zeigt der junge Weilheimer Künstler Philipp Geist seine abstrakten Fotomalerei als Diashow. Musikalisch unterstützt wird er hierbei von Axel Fischer "Toxic" und keinem geringerem als dem Multitalent Martin Gretschmann, national und international bekannt durch die Formation "Console" und "The Notwist". Abgerundet wird derAbend von DJ Shuttle.
Kreisbote 22.12.1998

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Metamorphose des Augenblicks
Interessante Ausstellung von Philipp Geist
Weilheim (as) - Der Weilheimer Philipp Geist zeigt in seiner Ausstellung "Metamorphose des Augenblicks" seine Malerei 1997.
In den Ausstellungsräumen der Firma Drive GmbH, Oderdingerstr. 11, stellen sich dem Betrachter Bilder, die mit dem Auge nicht zu fassen sind.
Die Gedanken des Künstlers Philipp Geist zu seinen Bildern: "metamorphose des augenblicks - ein augenblick verweilt, nimmt sich mehr auf der skala der zeit. der träge wird, doch nicht schwerfällig, der zu schweben beginnt, nicht aber vom wind erfaßt wird. der sich in den unwirklichen, ungreifbaren moment des traumes verwandelt. das auge bekommt die figuration nicht zu fassen, sie verliert sich, objekte werden eins.
das auge ist zu träge für die langsamkeit und zu schnell für die geschwindigkeit. es versucht den moment zu fokussieren, einzufangen, doch muß es sich erst dem geänderten, verzerrten augenblick anpassen. im moment der annäherung, verschleiert sich die klarheit, es entsteht die summe der träume von sandstürmen am nordpol, vom klang des meeresrauschen in einer tiefroten wolke am grünem himmel, der unendlichen stille, größe und schwärze des alls und der fatamorgana einer oase der ruhe in der verwirrung des augenblicks.
zuviel für den kopf, bereitet kopfschmerzen. ein zustand des rausches tritt ein, die orientierung verliert , wo ist oben?, wo ist unten?
eine metapher für die vereinigung des jetzt und dem danach. © p. geist 1997
Die interessante Ausstellung ist noch bis Freitag 16. Oktober von Montag bis Freitag, jweils von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Über den Künstler kann man sich auch im Internet informieren, und zwar auf der Homepage http://www.p-geist.de
Wochenblatt Extra 07.10.1998

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Kompostierte Werbeschönheiten
Der Maler und Photograph Philipp Geist schafft Kunstwerke mit dem Computer
WEILHEIM - An den Wänden hängen großformatige Farbexplosionen , halluzinogene Abstraktionen in kontrastierenden Tönen. Wie ein Blick in den Mikrokosmos des Lebendigen wirken sie aus der Distanz, doch beim näheren Hinsehen werden quadratische Strukturen erkennbar: die einzelnen Bytes. Denn die scheinbar so organisierten Schöpfungen sind digital gespeichert und am Computer entstanden. Dahinter aber steckt ein kreativer Kopf, der des Weilheimers Philipp Geist.
Erst 22 Jahre alt, hat der Maler, Bildhauer und Photograph sich schon der verschiedensten künstlerischen Ausdrucksmittel bedient. Seine erste Einzelausstellung fand 1996 in einem Pollinger Fichtenwald statt. Katalogphotos dokumentieren, wie die Sonne und der Schatten der Bäume immer wieder neue Lichteffekte auf seine abstrakten Acrylbilder warfen. Geists folgende Ausstellungen standen unter dem Thema Tanz: Die gegenständlichen Elemente in seinen Gemälden nahmen zu - gleichzeitig formte er fragile Figuren, zarte Gespenster, mitten im Sprung erstarrt.
In krassem Kontrast dazu stehen die Skulpturen, die Geist 1997 in Murnau präsentierte: Baumstämme, die er mit der Kettensäge symbolisch "verwundete". Für die Gemeinschaftsausstellung "Das tägliche Brot" (1997 in Schongau) steuerte der künstlerische Autodidakt ziemlich unappetitliche Fotocollagen mit Essensresten und verängstigten Geschöpfen bei. Heuer präsentierte er im Kunstpark Ost eine abstrakte Diashow mit Musik, zu der sich Geist und der befreundete Musiker Console von Notwist gegenseitig inspirierten. Nun hat er diese "Malphotographien" mit dem Arbeitsmittel Computer noch weiter verfremdet.
"Ich möchte mich immer wieder neu definieren", sagt Geist, wenn man sich nur noch selbst reproduziere, sei "der kreative Ansatz weg." Auch für seine Schöpfungen am Computer gibt es keine festen methodischen Prozesse. Teilweise beruhen sie auf gescannten Photos, die überlagert und manipuliert wurden, andere Strukturen entstanden mit der Maus. Auf CD gebrannt und in einer digitalen Großdruckerei mit Laser- und Tintenstrahl gedruckt, hängen sie nun in der neu eröffneten Galerie KOG 2: den weitläufigen Gängen eines Fortbildungsunternehmens.
Kanten einbringen
"Das Ambiente der Büroräume wird bewußt in das Ausstellungskonzept aufgenommen", sagt Geist. Ein Glücksfall für ihn, daß die Etage von seinen Eltern betrieblich genutzt wird. Denn Galerien fehlten bisher in Weilheim, ortsansässige Künstler waren stets auf Selbsthilfe angewiesen. Die KOG 2 soll in unregelmäßigen Abständen auch anderen Künstlern offenstehen: Die Galerie möchte ein Forum für Avantgarde und experimentelle Kunstformen werden.
Auch Philipp Geists Experimentierfreudigkeit ist ungebrochen. Gleich neben den Ausstellungsräumen hat er ein "Atelier" eingerichtet. Auf dem Bildschirm erscheinen seine neuesten Werke, die aus Gesichtsportraits in Zeitschrifteninseraten abgeleitet sind. "Mit dem Computer arbeitet man mit dem gleichen Medium wie der große Konkurrent Werbung. Ich werfe diese Bilderflut auf einen großen Komposthaufen." Gelackte, uniforme Hochglanzgesichter mutieren zu beängstigten Fratzen, grelle Münder schreien aus Visagen von Aliens und Totenschädeln. "Natürlich wirken sie düster, ich will einfach Kanten ´reinbringen" - und der kommerzialisierten Beliebigkeit einen Zerrspiegel vorhalten.
Für Geist erzeugen Gegensätze Spannung. Deshalb stecken seine digitalen Gemälde auch in selbstgefertigten Stahlrohrrahmen, die schon Flugrost angesetzt haben. Bislang ist die Nachfrage schleppend: "Der Computer schreckt die Leute ein wenig ab" - auch wenn Geist versichert, maximal zehn Drucke eines Werkes herzustellen: "Ich bin an Masse nicht interessiert".
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Armin Greune ( Süddeutsche Zeitung - Starnberg, 16. April 1998)

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Neues von Philipp Geist
Weilheim (well) - Neue Bilder, diesmal aus dem Computer, zeigt Philipp Geist in den Räumen der Drive GmbH an der Oderdingerstr. 11. Bis zum 8. Mai montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr können Besucher sich Arbeiten ansehen, zu deren Entstehung der Rechner eingesetzt wurde. Eingelesene Vorlagen und eigene Entwürfe werden kombiniert und dann verfremdet. Das Ergebnis wird aber nicht von der Maschine, sondern vom Künstler bestimmt: Er entscheidet, welche der errechneten Möglichkeiten er nutzen will, um damit weiter zu arbeiten. In einem Spezialverfahren werden die Bilder in großen Formaten ausgedruckt: Typische Geistarbeiten: Abstrakt, frei fantasiert, der Farbe verfallen.
Thomas Wellens (Weilheimer Tagblatt 20.03.98)

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Kunstgenuß um alles, was satt macht
Bundesweit beachtete Ausstellung
"Das täglich Brot" - Gemälde, Objekte, Collagen, Fotos
Weilheim/ Schongau - Die Auseinandersetzung mit dem Alltäglichen als Aufgabe der Kunst: So sehen es die Teilnehmer an "Das täglich Brot", einer Gemälde-, Objekt-, Collagen- und Fotoausstellung, die den Gesichtspunkt des Sattwerdens hinterfragt. Als Betroffene wollen die Künstler auch wissen: "Macht Kunst satt?" und fragen die Besucher, ob sie "Gut im Futter " stünden. Auch aus Weilheim und Umgebung sind Teilnehmer bei der inzwischen bundesweit beachteten Ausstellung, die im Schongauer Stadtmuseum und im ehemaligen Verwaltungsgebäude der "Hochland"- Butterwerke nahe am Bahnhof aufgebaut ist. Bis zum kommenden Samstag, 11 Oktober, ist sie täglich außer montags von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr geöffnet.
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Mit dem Essen befaßt sich auch der Weilheimer Jungmaler und ehrgeizige Autodidakt Philipp Geist, der eine ziemlich unappetitliche Auffassung von den täglichen Grundlagen unseres täglichen Brotes präsentiert. Toto Tiere, blutroter Ketchup auf Geflügelfleisch, halb leer gegessene Teller, bedrohte Kreaturen belegen realistisch, daß der Mensch zum Leben andere Wesen töten muß. Die Fotocollage macht auf diese Zusammenhänge aufmerksam.
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Die Auswahl der Arbeiten ist den Veranstaltern Georg Werner, Friede Wirtl, Peter Mayr und Richard Die nicht leichtgefallen. Zu den Werken der anderen Künstlern und den Exponaten des "Ulmer Brotmuseum" passen die Arbeiten der Künstler aus Weilheim und dem Altlandkreis - provokant, mit persönlicher Handschrift, das Thema weit fassend und zum (Nach) - Denken anregend.
Thomas M. Wellens (Weilheimer Tagblatt 6. Oktober 1997)

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Wie Macht man Kunst, Philipp Geist?
Sag was
Ganz oder gar nicht. Kunst kann man nicht als Hobby oder mit halbem Herzen betreiben, man muß alles geben. Ich arbeite in die Malerei viel von mir selbst ein, das geht nur, wenn man ganz bei der Sache ist: Natürlich kann man oft, besonders am Anfang nicht von der Kunst leben. Man muß also einen Kompromiß eingehen und sich einen Nebenjob suchen, um sich über Wasser zu halten. Aber das Ideal wäre schon sich ganz der Malerei widmen zu können.
Wann hast Du Dich entschieden, hauptberuflich Kunst zu machen?
Ich fotografiere schon seit Jahren, und nach dem Abi habe ich mich dann einfach mit mehreren Medien - Bild, Plastik, Foto, Text - intensiv befaßt. Aber ich habe mich eigentlich nicht entschieden, es kam einfach nichts anderes in Frage. Eine Lehre zu machen, habe ich nicht überlegt, weil ich das Gefühl hatte, daß das Malen meine Aufgabe ist. Meine Eltern haben mich dabei auch von Anfang an unterstützt. Natürlich zunächst mit ein bißchen Skepsis, aber sie haben nie versucht, mir das Malen auszureden.
Da ist also die weiße Leinwand und Du. Und dann?
Dann wird gemalt, und zwar nur dann, wenn ich das Gefühl habe, es ist der richtige Zeitpunkt. Vor dem eigentlichen Malbeginn muß sehr viel Denkarbeit im Hintergrund passieren, Malen findet hauptsächlich im Kopf statt. Es ist ein ständiger Prozeß, der sich über Monate hinziehen kann, ein dauerndes Überdenken, Anschauen und Überarbeiten.
Was bedeutet die Kritik anderer für Deine Arbeit?
Ich lasse mich jedenfalls nicht aus der Bahn werfen. Kritik von Leuten, die Ahnung haben, überdenke ich natürlich, aber wenn einfach irgendwer sagt, das ist gut oder schlecht, dann ist das völlig egal. Ich male nicht für andere Leute oder für den Verkauf, ich male für meine Bilder und mich. Jedes Bild ist ein Dialog zwischen der Farbe und mir, da haben Leute von außen keinen Einfluß. Man versucht ja immer, etwas Neues zu schaffen, etwas Eigenes. Daran müssen sich die Leute natürlich gewöhnen, und nicht alle reagieren positiv, wenn man sich in meinem Alter schon für Kunst entscheidet.
Was ist Kunst für Dich?
Wenn man sieht und spürt, daß der Künstler alles gegeben hat. Daß er sein Bestes aus sich herausgeholt hat und keinen Kompromiß eingegangen ist. Künstler müssen neue Antworten finden, auf Fragen, die bereits bestehen, oder auf neue Fragen. Die Kunst muß also vorankommen und darf nicht stehenbleiben. Mich interessieren neue Themen, neue Antworten, neue Materialien - ein Überdenken der Kunstgeschichte und ein Voranbringen der Kunst, kein Stillstand.
Kann oder muß man das Malen lernen?
Von der Akademie oder dieser Art, das Malen zu lernen, halte ich überhaupt nichts. Malen lernt man nur durch das Malen selbst, durch die Auseinandersetzung mit anderen Künstlern und ständiges Arbeiten an sich selbst. Beim Malen darf es nur Fortschritte geben, jedes Bild sollte eine Verbesserung und etwas Neues sein. Jedes Bild ist eine Reaktion auf eine Frage, und der Betrachter muß auf meine Bildantwort wieder reagieren und denkt das Bild zu ende.
Wie sieht die Zukunft aus?
Na ja, in Weilheim man´s nicht so leicht. In Bezug auf Kunst ist hier alles ziemlich festgefahren, da sieht es zum Beispiel in Schongau ganz anders aus. Aber vielleicht ändert sich das noch. Ich hoffe natürlich auch, daß ich mal von meiner Kunst leben kann. Fest steht jedenfalls, daß ich mich weder von Geldnot noch Kritik oder Kisen davon abhalten lassen werde zu malen. Demnächst muß ich mich um eine Ausstellung im Kunstpark Ost in München kümmern. Dort werde ich im November auch eine Diashow vorführen, mit musikalischer Begleitung von Martin Gretschmann.
Weilheimer Tagblatt 1. Oktober 1997

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WEILHEIMER THEATERSOMMER
Der junge Weilheimer Maler Philipp Geist stellt beim Weilheimer Theatersommer aus
Weilheim i.Obb. - Konsequent setzt Philipp Geist seine künstlerischen Ideen und Visionen um. Mit Ausstellungen im Wald bei Polling und, noch bis zum 5. Oktober, heuer beim Weilheimer Theatersommer macht sich der 21jährige Weilheimer einen Namen. Mit etwa 13 Jahren fing er an zu fotografieren, kurz darauf entdeckte er die Malerei für sich - der Zauber ließ ihn, der sich intensiv mit Gerhard Richter und Sigmar Polke auseinandersetzt, seither nicht mehr los. Er verzichtet auf eine klassische, akademische Ausbildung, denn "man muß seinen Weg selber finden, sich selbst ausdrucken." Techniken lernt er durch das Studium von Malerei, und darüber hinaus kann ich andere Maler fragen." Mittelmaß duldet der mit vollem Engagement Arbeitende nicht bei sich, er versucht stets, "auf den Punkt zu kommen". Von morgens bis abends, unterbrochen von einer Mittagspause arbeitet er in seinem Hinterhof-Atelier in Polling. Bei den drei Teilen der aktuellen Ausstellung im Stadttheater Weilheim zeigt er jeweils verschiedene Arbeiten der letzten Zeit. Große, rhythmische Arbeiten sind das, mit ausdrucksvollem Farbduktus. Spannend sind die Bilder besonders im Kontrast zu seinen Plastiken, wie der zweite Teil der Ausstellung zeigen wird. Poetisch erläuternd dazu die jeweils begleitenden Texte. "Meine Sachen sollen immer ein kleines Geheimnis haben", wünscht er sich. Und sieht sich dann bestätigt, wenn "die Leute zum Nachdenken angeregt werden', fragen, "was das sei." Die nächsten Ausstellungen werden im Schongauer Stadtmuseum (1 1.9.12.10.97 Thema: "Macht Kunst satt?/Gut im Futter/Das täglich Brot") und im Münchner Kunstpark Ost stattfinden. Von Philipp Geist, das ist sicher, wird man noch hören und sehen. Ausstellung Teil 1-3 beim Weilheimer Theatersommer, bis 5. Oktober 1997 im Stadttheater Weilheim (nächste Vernissagen: 9. 8. und 7.9.97 ab 19.00 Uhr,' Ausstellung geöffnet jeweils vor Aufführungsbeginn, Informationen und Katalog unter 0881-40688)
Katharina Friedrichs 1997
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Momentaufnahme von einer neuen Zeit
Philipp Geist Bilder für Theatersommer
Weilheim (well) - Dem Theatersommer Bilder beizustellen, die der Werkeauswahl angemessen sind, das gelingt in diesem Jahr dem jungen Weilheimer Maler Philipp Geist. In drei Abschnitten zeigt er Arbeiten, die erst in jüngster Zeit entstanden sind die "Metamorphose des Augenblicks". Man erinnert sich: Philipp Geist zeigte am Ettinger Weiher und in einem alten Weilheimer Lagerschuppen extreme Bilder, große wilde Farborgien, die den fast zwanghaften Wunsch nach Ausdrucksstärke bewiesen, den der Künstler sich erfüllen mußte. Jetzt sieht man einen neuen Philipp Geist: Einen Künstler, der sich nicht das Bild zu Diensten macht, sondern einer Aufgabe dient - die Welt im Bild neu zu gestalten. Bei großen Abstand wirken die Bilder wie Studien über Bewegung durch Farbverlauf. Sie sollen den Augenblick, der sich die Zeitschiene entlang bewegt, festhalten. Was der Mensch nicht kann, kann die Kunst. Aus der Nähe gesehen hat Philipp Geist den Pinsel zur waagrechten Struktur der Bilder eingesetzt, der Themenstellung entsprechend fehlen senkrechte Pinselstriche. Tiefe entsteht durch die Farbverläufe, die den Bildern von unten bis oben Dynamik verleihen. So entsteht Spannung aus zwei verschiedenen malerischen Mitteln: In der Ruhe liegt die Kraft.
Weilheimer Tagblatt 14. Juli 1997

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"Wunden" in Holz: Schmerz der Natur
Philipp Geist zeigte Bilder und Skulpturen
Murnau (sch) - Kunst im Wandel der Empfindungen und des Zeitgeistes bot der 21jährige Weilheimer Philipp Geist in seiner Ausstellung in der Westtorhalle. Modern und bemerkenswert eigenwillig zeigte der junge Mann Kunst von morgen, die er auf verschiedenste Arten dargestellt hatte. Daß ihm das voll gelungen war, bewiesen Kommentare des Publikums, die sich allesamt von der Überzeugungskraft des Spiels mit Farben und Formen beeindrucken ließen. Farblandschaften in Mischtechnik sollten die Betrachter auf die Kompositionen einstimmen: In fast ungewohnte Dimensionen drang der Künstler mit seinen abstrakten Bildern ein. Auch seine Holzskulpturen, bei denen Philipp Geist den Stämmen mit seiner Motorsäge "Wunden" zugefügt hatte, sollten verdeutlichen, wie die Schmerzen der auf diese Weise gequälte Natur nachzuempfinden seien. Nur übers Wochenende hingen die Bilder und Skulpturen in der Murnauer Westtorhalle auf dem Kemmel-Gelände. Wer diese Ausstellung verpaßt hat, kann Philipp Geists Werke auch während des Weilheimer Theatersommers anschauen.
Murnauer Tagblatt 12.5.97

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Geist stellt wieder aus
Weilheim (well) - Seine dritte Ausstellung innerhalb eines halben Jahres veranstaltet der Weilheimer Jungmaler Philipp Geist. Diesmal zeigt er in der Schalterhalle der Sparkasse am Marienplatz einen Teil jener Arbeiten, die auch schon im Wald am Ettinger Weiher und während der Französischen Woche am Mittleren Graben zu sehen waren. Drei neue, diesmal kleinere Bilder gesellen sich zu den fünf bekannten Großen. Diese neuen Werke verraten mehr Sicherheit, stärkeres Empfinden für passend gesetzte Farbakzente. Das kleinere Format zwingt zu mehr Planung, die sich mit Geists spontaner Malaktion erfolgreich verbindet. Der Schwung des Pinsels, die kräftige Verteilung der Rottöne, kleine grüne und gelbe Kontraste ergeben lebendige, freie und starke Bilder. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 21. September.
Weilheimer Tagblatt 2. September 1996

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Bester Ansatz auf dem Weg zum Künstler
Philipp Geist zeigt in Weilheim Bilder und Skulpturen -
Schwungvolles und Bizarres
Weilheim - Froh um jeden freien Quadratmeter Lagerhalle war Philipp Geist, der am Wochenende eine Ausstellung seiner Bilder zeigte, die er vor einiger Zeit auch im Wald bei Polling vorstellte. Waren dort die Arbeiten im Waldesschatten oft undeutlich, so traten sie in der kargen, improvisiert wirkenden Atmosphäre des Schuppens hinter dem "Stadtcafé" um so schärfer hervor. Was sich im Wald am Ettinger Weiher schon zeigte, bestätigte sich: Geist ist ein junger Künstler, der mit großer Phantasie das Thema Rhythmus und Bewegung in statische Form faßt. Farben und Formate, Linien und Pinselführung sind schwungvoll, energiegeladen, explosiv, auch rücksichtslos - und doch gibt es auch Arbeiten,. die in ihrer Stille anziehen. - Geist zeigt auch Skulpturen, alle tänzerisch, alle eckig, alle eindimensional dunkel. Bizarr, extrem, provozierend: Geist will es aller, Welt zeigen, seinen Willen, Künstler zu werden, schreit er förmlich hinaus. Auch seine Gedichte, Reflexionen auf innere Ereignisse, suchen immer den ungewöhnlichen Vergleich, das außergewöhnliche Bild, die ungewohnte Sprache. Alles anders zu machen, aber auch gut zu tun, dadurch besser zu sein, Aufmerksamkeit zu wecken: Geists Ausstellung - einschließlich der dazu gespielten Musik vom Band, der Trommler und der Gruppe "Screaming Sky" - verrät alles über ihn.- Er ist Protestler, Suchender, auf dem Weg zum "Siehe, ich mache alles neu". Für einen, der Künstler werden will, der beste Ansatz, ein romantischer dazu. Im Kontrast dieser Haltung zu seinen wilden Bildern entwickelt sich der Eindruck großer Fähigkeiten. Die Zukunft wird weisen, ob seine Hoffnungen sich erfüllen - es sei ihm gewünscht. Philipp Geists Arbeiten sind noch zu sehen bis Sonntag, 14. Juli (bis Samstag jeweils ab 17.30 Uhr, Sonntag ab 10 Uhr) in der Lagerhalle am Mittleren Graben hinter dem "Stadtcafé".
Thomas M. Wellens (Weilheimer Tagblatt 9/7/1996)

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Werke des Willens im Wald
Ungewöhnliche Ausstellung mit Bildern von Philipp Geist
Weilheim - Im Wald, da sind die Bilder, dachte sich Philipp Geist und transportierte seine Öl- und Acryl- Werke in die Fichtenschonung nahe dem Ettinger Weiher. Seine Trommler waren leider nicht gekommen, deren akustischer Beitrag hätte die Ausstellung zum Happening gemacht. Ein "Event" (Ereignis) sollte es ohnehin sein. Wenn ein junger Weilheimer den Mut hat sich "durchzuschlagen" nach dem bald beendeten Zivildienst als Autodidakt von seinen Bildern zu leben, dann ist das Kühnheit. Solcher Kühnheit Glück zu wünschen ist die eine Seite, nach der sie tragenden Tugend zu fragen, die andere: Brotlose Künstler gibt es genug; dieser Gefahr zu entgehen hat Philipp Geist eine kaufmännische Ausbildung hinter sich. Klugheit und Mut, vereint mit festen Willen, werden ihn weiterbringen, der sich auf ein großes Format (150 mal 170 Zentimeter) "eingemalt" hat und dem Bernd Zimmer das unübersehbare, aber nicht kopierte Vorbild ist. Philipp Geist - "jeder sieht was er sehen will" - hat ein kraftvolles Aktbild gemalt, er sagt, das sei ganz anders: Tänzer bewegen sich aufeinander zu, voneinander weg, dazu seien Trommler zu sehen. Die Erfahrung wird ihn lehren, daß der Maler häufiger seinem Unterbewußtsein folgt als seinem Plan, wenn sich auch beide Ebenen durchdringen. Im übrigen zeichnen Geist trotz aller von ihm beschworenen Planung besonders die spontane Geste, der explosive Ausdruckswille, das ungezügelte Unterbewußte aus. Motive wie die wehenden Fahnen von Volterra, Löwenzahngelb auf einer Frühlingswiese und eine Fatamorgana inspirierten ihn zu Arbeiten, die nicht nur spontan ansprechen, sondern auch kraftvolles Talent zeigen.
Thomas M. Wellens (Weilheimer Tagblatt 21. Mai 1996)
